DER SPIEGEL zum zweiten Leben
Es ist mir offenbar nicht möglich, einen Bahnhofs-Buch/Zeitschriftenladen ohne Einkauf zu verlassen. Die Leute von “Morawa” leben auf meine Kosten in Saus & Braus. Und wenn ich mal gar nicht weiß, was ich denn nun kaufen soll, nehme ich den aktuellen SPIEGEL. Das war diesmal keine schlechte Wahl, denn die Titelstory dieser Woche ist: “Der digitale Maskenball - Zweites Leben im Internet” (Spiegel Nr. 8, 17.2.2007).
Erster Eindruck: na holla!, vor kurzem erst Günter Jauch’s STERN TV, jetzt der altehrwürdige SPIEGEL… Second Life (SL) ist wohl endgültig im DE-Mainstream angekommen. Der Artikel ist solide “spiegelig” gemacht, perfekt recherchiert und außerdem recht amüsant zu lesen. Die Perspektive der SL “Newbie”-Reporterin ist gut nachvollziehbar. Habe ich doch selbst vor ca. 8 Monaten meine ersten (und auch letzten) Gehversuche in dieser virtuellen Welt unternommen.
Die Conclusio des Artikels - Second Life entspricht dem selben Bedürfnis, das Menschen zum Beispiel “Karneval” feiern lässt - trifft es perfekt. So hab ich das noch nie gesehen. Früher hat man sich zu bestimmten Anlässen verkleidet, heute lebt man eine zweite Identität im Netz aus (und führt dort so etwas wie ein “Leben” mit dem anderen “ich”).
Möglicherweise ist das auch der Grund, warum mich SL (und alle anderen virtuellen Welten / Spiele usw.) nicht “packen”. Ich habe sowas von kein Bedürfnis, irgendwo ein anderer zu sein, weder real noch im Netz. Ich verkleide mich nicht. Und als ich SL ausprobiert habe, hab ich - im Gegensatz zur SPIEGEL-Autorin meinen Avatar so ähnlich wie mich selber gestaltet (fad eigentlich…). Mir fehlt da ein Gen, ich bin für Identitätswechsel einfach nicht zu begeistern.
Aus diesem Grund stehe ich dem Second Life-Phänomen eher schulterzuckend gegenüber. Noch ein Leben brauche ich gerade nicht Zuerst mal mit dem einen zurecht kommen. Dann sehen wir weiter.
Posted on Februar 21st, 2007 von Franz
Filed under: DailySoap, webculture




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