ORF privatisieren!

Es ist alles mehr als grotesk. Ein neuer ORF-GI (auf einem SPÖ-Ticket) startet eine Sender-Reform (Fernsehen), die alles bisherige in den Schatten stellen soll, ganz neu, modern und viel besser soll das alte Schlachtschiff werden. Als “Herzstück” der Reform wird ein Hybrid aus Daily Soap und Sitcom produziert, welcher die Stelle der “Zeit im Bild” in ORF1 einnimmt. Diese Produktion (“Mitten im 8ten”) wird - wie man ja erwarten mußte - grottenschlecht, purer unlustiger zotiger Unfug, den prompt niemand sehen will. Die Quoten gehen in den Keller. Nicht nur dort: dem Sender laufen die Seher weg, das neue - so revolutionäre - Programm (die meisten der neuen Sendungen) wird nicht akzeptiert. Und “Mitten im 8ten” ist ein Millionengrab, das demnächst eingestellt wird (aber keiner will für die Geldverschwendung Konsequenzen tragen).

Dabei wollte man ja speziell die werbetechnisch interessante Gruppe der 14-29jährigen ansprechen. Diese Zielgruppe scheint aber wirklich besseres zu tun zu haben, als die Ware zu konsumieren, die der Staatssender als passend wähnt. Weil der ORF - wie alle öffentlich-rechtlichen Sender - ja gar nicht mehr kapieren kann, wohin die Reise geht. Die Identitätskrise der Massenmedien trifft Dinosaurier wie den ORF doppelt. Der ORF ist unreformierbar, weil die Idee des öffentlich-rechtlichen obsolet ist. Genausogut könnt man versuchen, das Telex durch Reform wieder fit zu machen.

Ich halte den viel beschworenen “Bildungsauftrag” des ORF für eine gefährliche Drohung. Die Menschen brauchen heute keine Bildung und Bevormundung durch staatliche Sender mehr. Wir schreiben nicht mehr die 50er Jahre. Infomation “will frei sein” und nicht durch ein “Top-Down”-Medium gefiltert, zurechtgebogen und aufbereitet werden. Die besagten “14-29jährigen” sehen/hören Privatsender, nutzen das Internet und lassen sich nicht mehr zu festgelegten Zeiten vor den TV-Schirm bannen um sich ein Programm verpassen zu lassen, das ältliche Programmdirektoren des ORF sich ausdenken. Für die Zielgruppe der Pensionisten mag der ORF ja noch gut funktionieren (hier greifen die alten Konzepte noch), aber bei den “Jungen” hat der ORF verloren. Undwiederbringlich.

Man sollte die Gesetzeslage ändern und den ORF privatisieren. Auflösen, bevor die “Sendeanstalt” wirklich untergeht und das für den Steuer/Gebührenzahler wirklich teuer wird. Es kann ja nicht sein, dass man dieses Gebilde nur noch aufrecht erhält, damit der jeweils amtierende Bundeskanzler täglich aus dem “Kastl” herausschaut. Macht Schluss mit dem Unfug. Bitte.

4 Responses to “ORF privatisieren!”

  1. Ist mir jetzt eigentlich ein bißchen zu blöd, dass ich “Mitten im 8en” nie gesehen hab. Mann soll ja den Feind kennen, um ihn bekämpfen zu können (resp. über ihn zu schreiben)
    Aber es stimmt schon, in Zeiten von Joost und Onlinetvrecorder.com gibt es für mich nicht mehr viele Gründe den ORF einzuschalten.
    Ein Grund für mich ist immer noch die Zeit im Bild.

  2. Hervorragende Idee! Warum überhaupt noch öffentlich-rechtliches Fernsehen? Privat-TV und Einschaltquoten und sind schließlich der beste Garant für Qualität überhaupt! Hipp & Hurra für die innovativen Quoten-Knüller Raab und “Bauer sucht Frau”, die bringen die Kohle ins Haus. Und ab dahin wo der Pfeffer wächst mit Sendern wie Ö1, schließlich kosten die das 4fache von Ö3 bringen nur 1/8 der Einnahmen des Letztgenannten.
    Und diese Eierschädel, die das hören & produzieren, sind sowieso in der Minderheit. Niveau ist was für Ewiggestrige und Globalisierungsverlierer, wir müssen mit der Zeit gehen!
    Die Helden des neuen TV heißen darum Oliver Pocher, Markus Mittermaier und Arabella Kiesbauer, gebt ihnen und Grosskonzernen wie dem guten Axel-Springer das Kommando & die neue Intendanz für den ORF und damit auch die Allgewalt über Breiteninformation in Österreich… dann kanns nur aufwärts gehen!

    PS: Lieber Franz Kratochvil, du bekommst die Dödel-Palme des Monats!

  3. Danke für dein Posting! Dass du das ORF-Programm mit Qualität gleichsetzt, mag befremden, aber es soll ja Menschen geben, die Sendungen a la “Rosamunde Pichler”, Volksmusik-Shows oder - das verblichene - MiA oder “Oben ohne” schätzen.

    Und keine Sorge, privatisiert wird der ORF noch lange nicht, das Staatsfernsehen (mal durch die eine, mal die andere Partei gesteuert) bleibt dir noch lange erhalten.

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