Journalisten vs. SL (wieder mal)

Die Journaille ist berechenbar wie der Sonnenuntergang. Eine neue Welle des Second Life-Bashings rollt an. Und es läuft immer nach dem selben Schema: eine Presseagentur gibt eine SL-bezogene Meldung raus (wenn nicht gerade das iPhone im Vordergrund steht) und alle schreiben’s nach bzw. ab.

Die besagte Pressemeldung “Firmensterben in Second Life” schildert, dass es einen Besucherrückgang (der aktiven Benutzer) um 2,5% gibt (haben wir nicht…Sommer?) und sich manche Firmen aus SL verabschieden. Das empfinde ich als nicht weiter dramatisch - man könnte sagen, dass sich SL nach dem Gipfel des Hype nun etwas konsolidiert. Das ist durchaus gesund und war zu erwarten.

So eine Meldung wird natürlich dankbar von den SL-haters aufgenommen und die Lawine geht ab… da wird besagte Konsolidierung gleich zu einem dramatischen “Second Life dem Lebensende nahe?” (wienweb.at) oder “Ernüchterung folgt “Second Life”-Hype” (futurezone) und so weiter. Ich werde all das nicht linken.

Hier erweist sich Googles “Alerts”-Service als sehr hilfreich, da hier gut nachvollzogen werden kann, wer von wem abschreibt. Und nach Durchsicht all dieser Artikel wird klar, dass sich kein Journalist eigene Gedanken darüber gemacht hat - geschweige denn sich selbst in SL auskennt oder dort aktiv ist. Die LeserInnnen freut’s offenbar: bei der Futurezone etwa kläfft der FuZo-Mob wieder im üblich unterirdischen Niveau hinterher.

Mir bleibt es immer noch ein Rätsel, warum Second Life ein so geliebtes Hassobjekt für Journalisten ist. Wahrscheinlich liegt es daran, dass SL polarisiert, und somit sehr gute Negativschlagzeilen möglich sind. Und Negativstories wollen die Menschen wohl lieber lesen. Aber vielleicht habe ich unrecht und all die Schreiberlinge sind am richtigen Dampfer.

2 Responses to “Journalisten vs. SL (wieder mal)”

  1. Ganz so schlimm sieht es tatsächlich nicht aus, oder? Immerhin berichtet Avator-Reporter Sponto (alias Spiegel-Redakteur Christian Stöcker regelmäßig auf spiegel.de über die Zweite Welt. Ganz amüsant ist übrigens sein Taschenbuch “Eine Gebrauchsanweisung für die digitale Wunderwelt.”.

    Beste Grüße
    Ben

  2. Ich denke schon, dass es so ist. Ein Gutteil der Journalisten agiert genau so, wie ich es beschreiben habe. Traurig.

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