Es kann nicht nur einen geben (Twitter, Pownce & Co.)

Es lässt sich nicht leugnen, dass es ein steigendes Bedürfnis nach “Micro-Blogging”-Lösungen gibt. Den Anfang hat wohl Twitter gemacht, die mit einem zunächst wackeligen Produkt (downtimes, verschwindende Tweets..) einen Sensationserfolg landeten. Sensation wohl deshalb, weil vielen zu Beginn gar nicht klar ist, wozu Twitter eigentlich gut sein soll (ja, ich weiß: solche Leute gibt es immer noch)…

Verwandt mit Twitter sind auch die “Status”-Felder von Facebook oder auch Skype, und alle diese Anwendungen leben von der Kürze der möglichen Messages. Kann man gut mit SMS vergeichen, einem - bei Licht betrachtet - doch etwas unterbelichteten Messaging-System, das eben gerade wegen der mageren Möglichkeiten nach wie vor ungeheuer populär ist. Weniger ist eben doch mehr.

Aber mit den “Micro-Blogging”-Anwendungen a la Twitter kam die Dimension des Social Networkings hinzu (SMS und div. Status-Messages sind halt doch nur 1:1 oder 1:many). Man kann seine “Friends” hinzufügen und kann (hey, Voyeurismus!) den Tagesverlauf von Personen mitverfolgen, die man zum Teil ja gar nicht kennt. Die Menschen mögen sowas.

Twitter wurde auch schon als News-Broadcast-Channel entdeckt: so etwas schicken CNN, BBC Tech und ZDNet Blogs regelmäßig Tweets mit Links zu aktuellen Beiträgen raus. Das kann (besonders im Fall ZDNet) ganz hilfreich sein.

Nun gibts aber nicht nur Twitter, sondern die Kielwasser-Applikationen Pownce und Jaiku, die in weiten Teilen die selben Dinge wie Twitter erledigen.

Pownce (derzeit braucht man noch eine Einladung, um die App. benutzen zu können) stammt aus dem Hause der Digg-Entwickler und will offensichtlich mehr als Twitter bieten: neben Messages kann man auch Files und Termine versenden. Pownce ist sehr “slick” und hat auch eine schöne Desktop-Applikation auf AIR (yeah!) - Basis zu bieten.

Jaiku profitiert von der regelmässigen Instabilität (bzw. den Wachstumsschmerzen) Twitters und tut im Grunde das Selbe wie ebendieses. Jaiku feedet auch Twitter-Messages und hat ein paar Extra-Features wie “Channels”. Ja, hübscher als Twitter ist es allemal, aber einen echten Umstiegs-Grund gibt es - finde zumindest ich - nicht.

Was wird bleiben? Meine Prognose: Twitter wird weiterhin dominieren, einfach deshalb, weil es so schlicht gemacht ist (hoffentlich bleibt das auch so). Jaiku ist nicht rasend attraktiv, und die Extra-Features sind eventuell genau das, was ein Scheitern bewirken könnte.

Pownce? Hier kommt sicher noch mehr als das, was man jetzt sehen kann. Ich weiss zwar nicht genau was es sein wird, aber ich hab da so ein Gefühl, dass die eine Killer App. ausbrüten.

So oder so. “Tweeten” macht Spaß und wird sicher noch eine Zeitlang boomen. So, let’s Tweet again….

2 Responses to “Es kann nicht nur einen geben (Twitter, Pownce & Co.)”

  1. Der Vorteil von Twitter liegt tatsächlich in der Einfachheit und in dem Umstand, dass dafür nur ein Handy von Nöten ist. Sitzt ja nicht jeder, zumindest in meinem Bekanntenkreis, tagsüber am PC. Aber das Handy hat so ziemlich jeder immer mit.

    Ein möglicher Grund für den Umstieg auf einen Twitter-Klon wäre vermutlich ein inländisches SMS-Gateway, da derzeit immer noch jedes SMS nach England zu schicken ist.

  2. […] das scheint auch das Problem zu sein, mit dem der Mikrobloggingdienst Twitter gerade zu kämpfen hat. Seit sich die Anzeichen dafür mehren, dass Twitter […]

Leave a Reply